12.2021: UWR – Liga Nord 1. Spieltag

27.11.2021 erster Spieltag der ersten Unterwasserrugbyliga Nord in der Saison 2021-2022. Um das Kribbeln im Bauch zu verstehen, mit dem die Sporttaucher sich an diesem Morgen auf den Weg ins Götzbad machten, braucht es zwei Rückblenden:

  • April 2019: Sang und klanglos steigen die Sporttaucher nach dem Aufstieg in die erste Liga direkt wieder ab. Nach einer Saison ohne ein gewonnenes oder auch nur unentschiedenes Spiel ist klar, die erste Liga ist noch eine Hausnummer zu hoch für die Mannschaft.
  • Februar 2020: Vorletzter Spieltag der zweiten Liga Nord in der Saison 2019-2020. Ohne Punkteverlust und mit einem erdrückenden Torverhältnis haben die Sporttaucher den direkten Wiederaufstieg schon vor den letzten Spielen der Saison klargemacht.

Der Durchmarsch in die erste Liga war kein Zufall, sondern das Ergebnis eines neuen Spielsystems, der Eingliederung der Jugendspieler:innen, vieler, vieler konzentrierter Trainings und vielseitiger Unterstützung aus dem Verein. Angesichts der hohen Motivation in der Mannschaft und der drückenden Überlegenheit in der zweiten Liga wird direkt nach dem Aufstieg das nächste Ziel formuliert: Erster oder zweiter der ersten Liga werden und damit Qualifikation für die deutsche Meisterschaft.

Es folgten erst ein abgesagter letzter Spieltag und dann eine abgesagte Saison 2020-2021. Dank der großartigen Unterstützung von Verein und Stadt konnte die Mannschaft zwar weiter trainieren und sogar mehrere Sondertrainings am Wochenende absolvieren, ohne Wettkampf, ohne die Möglichkeit sich dem neuen Ziel aus eigener Kraft nähern zu können ließ der Schwung aus dem Winter 2020 zuletzt aber spürbar nach.

Am 27.11.21 war also endlich die Chance gekommen, das große Ziel endlich in Angriff zu nehmen. Trotz einer Reihe von verletzungs- und krankheitsbedingten Absagen stand am Samstagmorgen eine hoch motivierte Sporttauchermannschaft am Beckenrand.

Die ersten Gegner der neuen Saison sollten die SpG Bremen/Oldenburg und der DUC Hamburg sein.

Bremen/Oldenburg war mit nur 8 Spielern angereist und nach einem Ausfall im ersten Spiel gegen die SpG Paderborn/Bielefeld nur noch zu siebt. Dementsprechend deutlich verlief dann auch das Spiel gegen die voll besetzten und zur Pause wechselnden Berliner. Am Ende stand es 13:1 und die Erkenntnis, dass dieses Spiel noch kein echter Prüfstein für die Sporttaucher war. Erfreulich an dem Ergebnis des Spiels war aber, dass sich die Berliner das Toreschießen gut aufgeteilt hatten und sich keineswegs abhängig von ein paar Topscorern gezeigt hatten.

Der DUC Hamburg hatte in den letzten Jahren immer wieder an den deutschen Meisterschaften teilgenommen und war zudem mit einem sehr breiten Kader nach Berlin gekommen. Vor dem Spiel war klar, wer auf die Meisterschaft fahren will, der muss Hamburg schlagen. Mit entsprechend viel Motivation, aber auch Nervosität, stiegen die Berliner ins Wasser. Von Anfang an Härte zeigen und klarstellen, dass der Sporttaucher nicht ein x-beliebiger Aufsteiger ist, war die Ansage der Trainer. Und tatsächlich, nach einem kurzen Geplänkel im Mittelfeld hatte Andi direkt zu Beginn des Spiels freien Zug zum Hamburger Deckel und scheiterte nur knapp. Danach entwickelte sich ein hart aber fair geführtes Spiel ohne klare Vorteile für die eine oder die andere Mannschaft. Gegen Mitte der ersten Hälft reichte den Hamburgern dann eine kleine Unkonzentriertheit in der Untertorverteidigung der Berliner, um aus der Ecke auf den Korb zu ziehen und das 1:0 zu markieren. So überraschend das Tor gefallen war, so klar war die folgende Ansage der STB Trainer: „Wir spielen gut, das passiert, einfach weiter machen!“ Und sie sollten Recht behalten. Kurze Zeit später konnte Steffen das Tor der Hamburger besetzen und den Ball nach Zuspiel von Kosay zum Ausgleich im Hamburger Tor versenken. Nach der erarbeiteten sich die Sporttaucher noch einige Großchancen, waren aber auch auf ein paar Glanztaten in der Verteidigung angewiesen. Zum Ende des Spiels wollten es die Hamburger dann aber nochmal wissen und setzten sich minutenlang in der Berliner Hälfte fest. Jetzt zahlte sich die viele Defensivarbeit im Training aus und als die Hupe das Spiel beendete, fühlte sich das Unentschieden für die Berliner schon fast nach einem Sieg an. Nichts war verloren, alles war offen und die Grundlagen für einen spannenden Kampf um die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft war gelegt.

Dieser Start in die Saison 2021-2022 war nur möglich, weil neben der Mannschaft noch viele weitere Sporttaucher im Bad waren und das Team als Helfer und Schiedsrichter unterstützten. Nur so war es möglich den Spieltag pandemiegerecht als 2G+ Veranstaltung zu organisieren.